Die Zukunft des Stadthauses
Die Zukunft des Stadthauses

07.07.2011

Die Entscheidung, das Stadthaus nicht abzureißen, sondern zu nur sanieren, kann der BDA Bonn-Rhein-Sieg nicht unterstützen.

Das Stadthaus als „Kind“ der frühen Siebziger Jahre ist hinsichtlich seiner Bausubstanz und Gebäudetechnik hoffnungslos veraltet. Darüber hinaus entsprechen die vorhandenen Großraumbüros längst nicht mehr zeitgemäßen und leistungsorientierten Büroarbeitsstrukturen. Und das Gebäude als die vielzitierte „städtebauliche Sünde“ zu bezeichnen, ist auch aus Sicht des BDA durchaus zutreffend, nicht zuletzt deshalb, weil die Bonner Stadtsilhouette durch das die Altstadt überragende Stadthaus seit 40 Jahren nachteilig beeinträchtigt wird.
Auch der im Zusammenhang mit der Sanierung des Gebäudes angedachte Umbau der gesamten Sockelzonen des Gebäudes mit den zur Zeit unsäglichen Garagengeschossen täuscht nicht darüber hinweg, dass das Stadthaus an seiner jetzigen Stelle und Form nicht mehr verantwortungsvoll zu halten ist.
Der BDA sieht in der Diskussion um die Zukunft des Stadthauses die einmalige Chance, sowohl städtebaulich als auch strukturell nachhaltige Verbesserungen für Bonn erreichen zu können.

Die Diskussion um das Stadthaus sollte dazu dienen, Flächenbedürfnisse und Verteilung der Verwaltungsstruktur intern zu optimieren. Dabei ist es durchaus denkbar, eine Dezentralisierung der Verwaltung im für alle Beteiligten sinnvollen Maße durchzuführen. Aus Sicht des BDA könnten z.B. Bürgeramt Bonn und Bürgerdienste vom übrigen Verwaltungapparat separiert und an anderer Stelle in der Innenstadt untergebracht werden.

In die Betrachtung der Kostenentwicklung sollte nach Ansicht des BDA auch die zukünftige Nutzung der Grundstücksflächen am jetzigen Standort mit einfließen. Nach Abbruch des Gebäudes entstehen hier Flächen, die ein hohes Potential an Refinanzierung durch eine allerdings vernünftig und maßvoll durchzuführende Vermarktung der stadteigenen Flächen bieten.
Darüber hinaus sind Umbaukosten aus Sicht erfahrener Architekten nicht zweifelsfrei zu kalkulieren, Neubaukosten indes sehr wohl.

Flächen für eine Neuansiedlung stehen nach Meinung des BDA zur Verfügung. An erster Stelle ist hier der Bahnhofvorplatz zu nennen, der - im Eigentum der Stadt - ideale Voraussetzungen für einen neuen Verwaltungsstandort bietet. Vor dem Hintergrund der erwähnten Dezentralisierung zeigen auch die bereits diskutierten Bereiche entlang der B9 als Standorte in zentraler gesamtstädtischer Lage eine sinnvolle Alternative zum jetzigen Standort auf.

Durch den Abbruch der nicht mehr zeitgemäßen Baustrukturen des Stadthauses entstehen Chancen für eine nachhaltige Entwicklung der Innenstadt, die nicht leichtfertig durch eine kurzsichtige und unvollständige Kostenbetrachtung versäumt werden sollten.



Bonn, den 5. Juli 2011

Joachim Klose

Vorstandsmitglied
BDA Bonn-Rhein-Sieg


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